Die Kirche und ihre Umgebung


Über den Wiederaufbau und eine sinnvollere Nutzung dieser Anbauten ist intensiv nachgedacht worden. 2005 konnten sie mit Hilfe von EU-Fördermitteln wieder Instand gesetzt werden. Mehr zu den Projekten und ihrer Verwirklichung bieten unsere entsprechenden Seiten (Siehe die Menü-Einträge)

Philipp Melanchthon

Vom Tor grüßt freundlich ein bärtiger Mann, nach zuverlässigen Quellen soll es Philipp Melanchthon (1497-1560), der Reformator und Freund Luthers sein. Seine wichtigsten Verdienste waren es, daß er in der evangelischen Lehre Humanismus und Wissenschaft positiv zur Geltung brachte, daß er die Verantwortung des Christen für die "Welt" betonte. Er förderte und verbesserte entscheidend das Erziehungs- und Schulwesen. Zu sagen, er sei der Schutzheilige der modernen, "aufgeklärten" Welt, ist zwar mutig, aber nicht völlig falsch.
Wäre sein Gesicht hier nicht in Stein gefaßt, es würde sicher über viele Neuerungen und Verbesserungen im Erziehungs- und Schulwesen weinen.

Auf der anderen Seite lächelt traurig, stark verblaßt (wie sein Einfluß), der gute Martin Luther.


Die Wappen am Anbau, der hier im Bild noch nicht erneuert ist, erinnern sehr an die des Mecklenburger Fürstenhauses. Damit es kein Unkundiger mißversteht, die Mecklenburger waren nicht die Landesherrn von Pantlitz, ein als illegitim geltender Zweig der Familie hatte lediglich ein Besitztum im "Ausland", nämlich im preußischen Pommern. Der ganze mecklenburgische Besitz in Pantlitz und Umgebung wurde, wie auch alle anderen Güter de Umgebung, 1920 enteignet. Das hatte im Falle des Gutes Pantlitz einen Rechtsstreit zur Folge, der 1924 endete. Im Jahre 1931 versuchten Erben es dann auf europäischer Ebene, (man vgl. unseren Bericht dazu) Diese Enteignungsgeschichte war ein Krimi eigener Art, nicht unbedingt eine rechtsstaatliche Glanzleistung; wahrscheinlich so eine Art ABM für Juristen. Weitere Informationen dazu enthält die Chronik von Ahrenshagen, die 1999 im Druck erschien.

Mecklenburgische Wappen
Recknitztal

Dies ist der Ausblick, der allein den Besuch lohnt, leider bei etwas diesigem Wetter. Man sieht das Tal der Recknitz, in welchem ursprüngliche Natur herrliche Wandermöglichkeiten bietet. Für Ostseeurlauber, die außer Himmel, Wasser und Sand auch einmal wirklich grünes Grün sehen wollen, der Geheimtipp.


Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;
der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.
Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh 
ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.


Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus.
Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus;
und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab,
und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab.


Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht,
du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht
ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll
gleich wie die helle Sonne mit andern leuchten soll.


(Paul Gerhardt 1666)
© Pfarramt Ahrenshagen, 2000/2005