Es wird regierungsamtlich: Schlemminer Eierkrieg im Jahr 1924

Die infolge der Kriegs- und Nachkriegsverhältnisse entstandenen Unstimmigkeiten und Zweifel an der Art der Lieferung können an der von alters her bestehenden Verpflichtung nichts ändern. Der Anspruch der Kirche wird auch dadurch gestützt, dass auch in den Einkommensnachweisungen des Küsterlehrers die Eierlieferung von Alters her enthalten ist. Wollen die Lieferungsverpflichteten von der Naturallieferung entbunden sein, so bedarf es eines ordnungsmässig durchgeführten Ablösungsverfahrens.


Unterschrift: Dr. unleserlich



Einwand des Konsistoriums

Evangelisches Konsistorium
der Provinz Pommern.
Stettin, den 3. November 1924.
Elisabethstraße 9.

Tgb. XI Nr. 2140.
Auf den Bericht vom 28. v. Mts. betref=
fend die Eierlieferung an den Schlem=
miner Küster.


Anliegend senden wir den Bescheid der Regierung Stralsund vom 16. Oktober d. Js. - Sch. 1 b 5017 - für die dortigen Akten zurück.

Mit Bezug auf den Schlussatz dieses Bescheides (siehe oben: "...ordnungsmässig durchgeführten Ablösungsverfahrens") machen wir darauf aufmerksam, dass eine Ablösung der Naturallieferung z. Zt. nicht in Frage kommen kann, da sie zu einer schweren Schädigung der kirchlichen Institute führen würde. Wir würden sie als Kirchenaufsichtsbehörde nicht genehmigen können.

Über den Eingang der rückständigen Lieferungen erwarten wir s. Zt. Bericht.

Für den Präsidenten
unleserlich


An
den Gemeindekirchenrat
Schlemmin.
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© Pfarramt Ahrenshagen, 30.04.2002
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