Die Regierung lernt 1925 dazu und ersucht

Wir ersuchen daher, uns nach Benehmen mit den Beteiligten zu berichten, ob der Gemeindekirchenrat zu der Ablösung der Naturallieferungen bereit ist. Es würde gegebenenfalls in Erwägung zu ziehen sein, ob dem Küster anstelle dieser ihm bisher gelieferten Naturalien eine Erhöhung des baren Küstereinkommens zugebilligt werden könnte. Diese erhöhten Leistungen würden alsdann nach wie vor von der Kirchengemeinde, jedoch wie die übrigen Kirchenlasten, im Wege der Umlage bzw. durch Steuer aufzubringen sein. Vielleicht liesse sich auch die Ablösung im Wege der Zahlung einer einmaligen Abfindungssumme, die von den Beteiligten aufzubringen wäre, ermöglichen. Den Entschliessungen des Gemeindekirchenrates sehen wir tunlichst umgehend, spätestens jedoch binnen Monatsfrist, entgegen.


gez. von Vultejus.
Beglaubigt
Röhl
Regierungs - Supernumerar.

4. Schule bzw. Volksbildung, wie es modern heißt, ist eine "übrige Kirchenlast".
5. Wer geglaubt hatte, er könne die Eier sparen, wird nun auf den Holzweg der Umlage bzw. Steuer geschickt. Geschickt! Steuern lassen sich nämlich einfacher pfänden.
6. Die Sache soll am 3. Oktober 1925 entschieden sein, sagt die Regierung. Schau'n mer mal.

© Pfarramt Ahrenshagen, 30.04.2002
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