Glanzloses Ende des Eierkriegs 1927

In diesem und den folgenden Jahren wurden die Zuständigkeiten für die Schulen neu geregelt, Kommunen und Staat übernahmen die Finanzierung, es kam zur Veränderung auch der Pfarrbesoldung, Naturallasten wurden abgelöst und durch eine Kirchensteuer ersetzt. Der Eierstreit wurde damit gegenstandslos.

Wenn man ein Resümee ziehen will:
Es gab fast nur Verlierer.
Die Eierverweigerer haben für eine kaum nennenswerte Ersparnis fast 10 Jahre lang die ständige Drohung gerichtlicher Auseinandersetzungen eingetauscht. Für viele blieb das Verhältnis zur Kirche auf Dauer gestört.
Der Küster/Lehrer, der ja sehr bald resignierte, hatte auf Teile seines Arbeitslohnes zu verzichten. Der Unfriede in der Gemeinde wird ihn am schwersten getroffen haben. Es ist nicht bekannt, wie groß seine Familie war und ob er von der zuständigen Schulbehörde/Kirchengemende entschädigt worden ist.
Die Kirchengemeinde, die nicht aus eigenem Willen, sondern aufgrund vorliegender Verpflichtungen durch Patronat und Konsistorium handelte, mußte neben dem sich summierenden Einkommensverlust die Kosten der Auseinandersetzung tragen, das waren neben den diversen Gerichtskosten vor allem die Honorare für den Anwalt.
Gewinner war der Rechtsvertreter. Es liegen keine Honorarabrechnungen vor. Bei der Fülle der Aktivitäten darf man aber davon ausgehen, daß die Schlemminer Kirchengemeinde in 10 Jahren ein sehr ordentliches Bürgerhaus in Stralsund finanziert hat.

Dieses Geld hätte man besser für die wirklich bedürftigen Schlemminer angelegt!

© Pfarramt Ahrenshagen, 30.04.2002
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