Stralsunder Tageblatt, 15. Januar 1938

Dörfliche Grabkreuze

Neuerwerbungen des Museums

Grabkreuz ohne Stiefel

Der im Text erwähnte Stiefel ist mittlerweile leider verschwunden. Schade!



Darüber hinaus weisen die Tribohmer Grabkreuze noch ein besonderes Merkmal auf. Unter ihnen befindet sich das Grabkreuz für einen Christian Martin Luhde vom Jahre 1835, an dessen einem Querarm ein kleiner eiserner Stiefel hängt. Die Nachforschung im Kirchenbuch ergab nun, daß Luhde Schumacher gewesen ist und somit der kleine Stiefel auf seinen Beruf hinweisen soll. An fünf anderen Kreuzen befinden sich am Querarm ebenfalls noch Löcher und Haken. Aber die hier ehemals angebrachten Anhänger sind verloren gegangen. Die Entzifferung der Anschriften auf den Kreuzen hat nun mit Hilfe des Tribohmer Kirchenbuches ergeben, daß alle diese Kreuze der einen Schusterfamilie angehören, und es darf wohl mit Sicherheit angenommen werden, daß die Grabkreuze der ganzen Sippe, gleichviel ob sie für Kinder oder Frauen bestimmt waren, mit dem Berufszeichen des Stiefels geschmückt waren. Mit dieser Familie war auch der Schmied des Dorfes verwandt, der seinerseits das Hufeisen in sein Grabkreuz hineinkomponierte.

Es sind mir bisher nur sehr wenige Fälle bekannt, wo der Beruf des Verstorbenen in irgendeiner Form in seinem Grabmal veranschaulicht wird. Aber fast hat es den Anschein, daß dazu eine besondere Neigung in Westpommern bestand, wie nicht nur die Tribohmer Kreuze beweisen, sondern auch die aus Brandshagen mit dem Schiffsanker und die schönen Grabsteine aus Prerow mit den Schiffsdarstellungen.

Dr. F. Adler, Museumsdirektor.

 

Grabkreuz mit Herz
© Pfarramt Ahrenshagen, 15.08.2005

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