Der Turm vor den Reparaturen


Offenbar begannen die neuen Patrone sofort mit dem Wiederaufbau der im Krieg beschädigten Kirche.

Der Turm ist im unteren Teil quadratisch und verjüngt sich bis zur Dachtraufe. Das Dach besitzt den Grundriß eines regelmäßigen Achtecks.

Südlicher Blick auf den Turm

Blick von Südwesten auf Turm und Westgiebel bei weniger finsterem Wetter mit dem schon frisch gedeckten Dach des Langhauses.

Was die atemberaubend schiefen Winkel angeht, ob ursprünglich beabsichtigt oder nicht, man könnte meinen, moderne Stararchitekten wie Paul Getty oder Daniel Libeskind hätten in Tribohm abgeguckt.

 
Die Reste der Uhr

Das Turminnere bedarf wegen seines komplizierten Aufbaus besonderer Würdigung.

Die zunächst unsichere Datierung des Turmes bzw. eines umfassenden Turmumbaus wird gestützt durch eine der Glocken. Sie stammte aus dem Jahr 1650, wurde vermutlich dem Krieg 1870/71 geopfert und 1873 ersetzt.

Glocke
 
Schwelle

Der Turmeingang, mit seiner beeindruckenden, von Zeitläuften und Nässe gezeichneten Schwelle. Der Turm, dessen Inneres, ein höchst komplexes Balkengewirr, nicht nur Laien beeindruckt, ist nicht etwa nur ein Glockenturm. Auch wenn der Turm flüchtig besehen so aussieht, als müßte er ohne die Kirche umfallen, er enthält eine schon historische Stützkonstruktion, die den Westgiebel der Kirche am Einfallen hindert. Wer's nicht glaubt, studiere die folgenden Bilder oder besser, das Turminnere selbst.

 
Glockenstuhl

Der imposante Glockenstuhl mußte 1873, beim Einbau der stählernen Ersatzglocken, verändert werden.

 
Giebel

Auf diesem Bild sieht man den südlichen Stützpfeiler. Die Spitze des Westgiebels ist um 60 cm aus der Senkrechten verschoben. Wie aus dem Mörtelgutachten von 2002 hervorgeht, gehört dieser "Angstpfeiler" zur zweitältesten Bauphase.
Damit ist der Giebel wahrscheinlich nicht nur schiefer als der Turm von Pisa, sondern er zeigt seine Schiefe auch schon länger als jener. Nur ist er leider nicht so berühmt!

 
verrotteter Balken

Inzwischen ist die Turmspitze erneuert, vgl. dazu unseren Bericht, ohne das innere Gefüge zu verändern. Der untere Teil des Turmes wird hoffentlich noch 2005 fertig werden. Wie schwer die Schäden in der Substanz eigentlich sind, wird an einem herausgenommenen Balkenteil aus dem unteren Bereich des Turmes sichtbar.

Pfarramt Ahrenshagen, 2000/2005
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