Tribohmer Kirchturm - Sachbericht zur Turmsanierung der Kirche

Höchste Zeit!


Dass der Tribohmer Kirchturm große Schäden auswies, ist kein Geheimnis. Aber erst bei der Teildemontage stellte sich heraus, wie schlimm es eigentlich um den Turm stand.
Wir geben hier für Interessenten den den Baubericht des zuständigen Bauleiters und Restaurateurs Elmar Bodet wieder. Da sein Bericht sehr viele Bilder enthält, die, wenn sie in ansprechender Grösse gezeigt werden, riesigen Ladezeiten der Seite bewirkten, bieten wir auf dieser Seite ausnahmsweise mal Daumennägel (zu neudeutsch also Thumbnails).

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Bildunterschrift zum Bild links:
Die geöffnete Turmspitze mit den Sparrenenden um den Kaiserstiel.


So wurde über den Rähmen des Bestandes, die schwerste Holzschäden aufweisen, ein neuer waagerechter Rähmkranz eingefügt, mit der Absicht, die gesamte Konstruktion des Turmschaftes im kommenden Bauabschnitt danach auszurichten. Die Position in den horizontalen Richtungen wurde aus den Schwellenlagen des Turmschaftes rekonstruiert. Der Schaft hatte ursprünglich die Form eines Pyramidenstumpfes mit einer gleichmäßigen Neigung von 86°. Ein weiteres Problem war dadurch entstanden, daß der Westgiebel der anschließenden Kirche sich nach der Erbauung deutlich nach Westen schräg gestellt hat. Die Einrichtung der Rähme der Glockenstube machte eine Änderung dahingehend erforderlich, daß die Ostwand der Glockenstube ein wenig weiter nach Westen gesetzt werden mußte, um die berührungsfreie Dachdeckung zur Kirche hin zu ermöglichen. Außer dieser Verschiebung von wenigen Dezimetern wurden die Dimensionen von Glockenstube und Dach genau wieder hergestellt. Die Verschiebung der Ostwand erforderte die Umsetzung der Glockenstühle, die bei dieser Gelegenheit gerade ausgerichtet mittig in die Glockenstube gerückt wurden.

Die gesamte bearbeitete Konstruktion ruhte während der Bauarbeiten und ruht bis zum Anschluß des Turmschaftes von unten vollständig auf einem Traggerüst, von dem sechs Stahlträger das Gebäude durchdringen. Dieses Traggerüst wurde gekauft, da nicht sicher abzusehen war, wann die Sanierung fortgesetzt wird und laufende Mietkosten nicht anfallen, deren Finanzierung unklar wäre.


Zimmerarbeiten Von den Zimmerleuten wurde das Uhrgehäuse demontiert und zusammen mit dem abgenommenen Zifferblatt und dem Rest des Uhrwerks auf der Orgelempore in der Kirche gelagert. Zur Öffnung der Konstruktion für das Traggerüst wurde auf der Nord-, West- und Südseite die Schalung des Turms aufgesägt und im oberen Bereich entfernt.
Da die schwerwiegendsten Schäden in der Balkenlage des Glockenstubenbodens bestanden, war von vornherein eine Demontage des Daches und der Giockenstube vorgesehen. Dazu wurde das Dach in einem Stück gelöst und mittels Autokran auf den Boden gesetzt. Dort wurde es demontiert. Dann wurde die Glockenstube zerlegt und ihre Deckenbalkentage und die Wände zu Boden geschafft.
Um an den Balken des Glockenstubenbodens arbeiten zu können, wurden die Glockenstühle angehoben und auf dem Traggerüst abgefangen. Zunächst wurden die wenigen Schäden an den Glockenstühlen selbst repariert, dann wurde die Balkenlage des Glockenstubenbodens zum größten Teil erneuert. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die neuen Rähme abgezimmert und gleichfalls in der endgültig richtigen Position auf dem Traggerüst unterfangen.
Am Boden wurden die Wände und die Deckenbalkenlage der Glockenstube repariert, bzw. erneuert. Bevor diese Bauteile wieder gerichtet wurden, wurden die Glockenstühle gerade auf der Konstruktion ausgerichtet und mittig gestellt. Die Konstruktion der Glockenstube wurde vervollständigt und erneut mit Schalbrettern umhüllt. Auf dieser Basis wurde dann das Dach wieder neu gerichtet und ebenfalls geschalt.
Es wurde die Unterkonstruktion der Dachrinne zum Westgiebel der Kirche gefertigt und der für die Tragkonstruktion geöffnete Traufbereich provisorisch geschlossen.
Durch das Zimmerergewerk wurden die Tagesunterkunft und die Chemotoilette zur Baueinrichtung gestellt.


Bekrönung
Die stark beschädigte Bekrönung aus Kugel und Kreuz wurde repariert, gegen Korrosion geschützt und vergoldet.

Elektroarbeiten
Die Läuteanlage für die Glocken wurde im Baubereich demontiert. Ein Baustromverteilerkasten wurde angeschlossen und für die Bauzeit bereitgestellt.

Garvekammer
Parallel wurde das Dach der Garvekammer von den gleichen Auftragnehmern unter anderer Finanzierung instandgesetzt und neu mit den gleichen Dachpfannen gedeckt, die 2001 auf die restlichen Dächer der Kirche gedeckt worden waren.

Stralsund, 17.12.2003
gez. Bodet

Bauschild

Fertiger Zustand 15.12.2003

Streifenfundament Nordseite von oben

Streifenfundamen Südseite
In den Löchern wurden die Bodenträger des Gerüstes verankert

Zifferblatt

Traufenzone auf der Südseite, Schalung für das Traggerüst geöffnet

Stutzeck-Schindeldeckung des Bestandes

Einbau eines Haupträgers. Verspannung des Gerüstes mit dem Westgiebel der Kirche

Hauptträger auf der Westseite

Da der lasttragende Unterzug für den Hauptträger ausgeschnitten werden mußte, wurde der für den Durchlaß einer Glocke von 1650 ausgesägte Tragbalken vorübergehend unterfangen.

Das an einer Hilfskonstruktion angehängte Turmdach wurde in einem Stück auf den Boden abgesetzt

Die Turmspitze mit Bekrönung

Die geöffnete Turmspitze mit den Sparrenenden um den Kaiserstiel

Das angesetzte obere Ende des Kaiserstiels mit der stark beschädigten Bekrönung. Die Konstruktion der Einspannung der Lanze wurde wieder aufgegriffen.

Rest des Kaiserstiels mit Strebenkonstruktion

Die Sparren nach der Zerlegung. Gut erkennbar die Marken, mit denen alle Hölzer vor dem Zerlegen gekennzeichnet wurden.

Vermutlich 1873 wurde eine Reparatur duchgeführt, bei der die Balkenlage der Glockenstubendecke repariert wurde. Die neuen Hölzer wurden stumpf eingeführt und die Verbindungen mit schmiedeeisernen Bändern hergestellt. Hier eine Ständer/Stichbalken-Verbindung auf der Ostseite.

Ansicht der Glockenstubendecke von Nordost. Die Rähme wurden fast alle 1873 erneuert. Ebenso der westliche Hauptbalken und der mittlere östliche Stichbalken. Auch die Überzüge gehörten nicht zum älteren Abbund.

Schwalbenschwänze der ursprünglichen Rähm/ Balken-Verbindungen.

Unterseite der Rähm-Eck-Verbindung.

Oberseite des gleichen Rähmabschnittes.

Transport einer Glockenstubenwand, hier Ostseite.

Abbund der Wandelemente.

Vorbereitung zum Richten der fertig reparierten Wand.

Balkenlage des Glockenstubenbodens, Westseite

Reparaturen am großen Glockenstuhl.

Der neu positionierte Glockenstuhl mit dem beigelaschten Jochbalken des Glockenstuhls von 1650.

Balkenreparatur in der Nordwestecke.

Notbedachung des Gebäudes.

Abfangung von Rähm und Balkenlage auf dem Traggerüst, darunter das alte Rähm.

Details der Reparaturverbindungen:
Blattverbindung Strebe/ Ständer ...

Erneuerter Zapfen, alte und neue Holznägel ...

Ständeranschuhung.

Erneuerter Rähmkranz der Glockenstube in Anlehnung an die ursprüngliche Konstruktion. Detail ...

Südostecke.

Vorbereitung des Richtens. Die Verfugung des Giebels wurde bei der Gelegenheit repariert.

Der neue Kaiserstiel mit den Streben. Vergleiche Bild oben dritte Reihe.

Die reparierte und vergoldete Bekrönung.

Dachspitze mit Kaiserstiel und alten und neuen Sparrenenden.

Schalung mit Edelstahl-Schraubenbefestigung.

Unterkonstruktion für die Dachrinne zwischen Kirche und Turm.

Dach-Innenansichten: Obere Kehlbalkenlage ...

Untere Kehlbalkenlage.

Foliendeckung, Lattenkonstruktion und Schindeldeckung.

Dachgerüst.

Detail Traufenbelüftung.

Dachspitze, noch ohne Anschluß an die Bekrönung.

Auf der Südostecke wurden an der Glockenstube einige der alten, vorletzten Schindeln der Deckung eingesetzt.

Fertige Dachspitze.

Detail Gaupe Westseite.

Raum zwischen Glockenstube und Westgiebel der Kirche.

Nordende der Dachrinne.

Südende der Dachrinne mit Fallrohr.

Gesamtansichten 15.12.2003: Von Norden

... von Süden.
© Pfarramt Ahrenshagen, Stand 15.01.2004
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